Philosophie


Das Theater ist eine lebendige Kunst.

 

Der Rohstoff der Arbeit der Schauspielerin ist ihr Körper, ihre Stimme, ihre Emotionen und die Fähigkeit sich mit ihrer Vorstellungskraft zu verbinden, mit ihrer intimen und einzigartigen Fantasiewelt.

 

Im Theater geht es nicht darum, das zu reproduzieren was man bereits aus dem Alltag kennt. Man sucht nicht das, was man im Alltag erlebt, sondern man geht über es hinaus, erfindet es neu. Denn beim Spielen ist man sich immer 100 % bewusst, was man tut. So ist man offen für alles was passiert, seien das eigene körperliche Signale (zum Beispiel die Atmung die schneller wird, der Körper der sich an- oder entspannt) oder das was die anderen Schauspieler im Moment tun. Dieses Bewusstsein ist die Basis jedes Schauspielers.

 

Wir leben in einer Welt die immer schneller dreht. Der Wert eines Menschen definiert sich durch Effizienz und Output. Was zählt sind die Taten einer Person und weniger ihre Persönlichkeit. Im Theater funktioniert dieses System nicht, es wäre sogar sehr ungesund. Im Theater nimmt man sich Zeit, und es gibt kein Richtig oder Falsch. Man beginnt mit Basistechniken zu experimentieren und entdeckt dabei, dass man - um Freude am Spielen zu haben - sich selber sein muss. Man findet sich wieder mit Emotionen, die sehr real sind, einzigartig und persönlich.  

 

Plötzlich ganz auf sich selber zu hören kann zu Beginn verwirrend und überraschend sein; sind wir doch die meiste Zeit über damit beschäftigt, den sozialen, wirtschaftlichen und politischen Anforderungen der Gesellschaft zu entsprechen. Aber dieser Weg lohnt sich, denn es ist ein wunderbares Gefühl, so sein zu dürfen wie man wirklich ist. Und das erst noch vor Publikum. Ich bin überzeugt dass dies die Welt verändern kann - wenigstens für einen Augenblick.